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Zwei Tage Leipzig – Eine lehrreiche Exkursion des Beruflichen Gymnasiums der Georg-von-Langen-Schule

04.​05.​2026

Leipzig – Im Rahmen einer zweitägigen Studienfahrt reisten die Klassen 11 und 12 des Beruflichen Gymnasiums für Wirtschaft und Technik nach Leipzig, um praxisnahe Einblicke in Wirtschaft, Technik, Geschichte und Kultur zu gewinnen. Die Fahrt verband theoretisches Wissen mit anschaulichen Erfahrungen und bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Unterricht.

Ein zentrales Highlight war die Betriebsbesichtigung im BMW Werk Leipzig. Das hochmoderne Werk gilt nicht nur als technologisch fortschrittlich, sondern auch als architektonisches Meisterwerk: Es wurde von der international renommierten Architektin Zaha Hadid entworfen, die für ihre futuristischen Bauformen bekannt ist. Für die außergewöhnliche Gestaltung erhielt das Werk mehrere Architekturpreise. Besonders beeindruckend war die offene Bauweise, bei der Produktions- und Verwaltungsbereiche ineinander übergehen – ein Symbol für moderne Arbeitsstrukturen.

Die Schülerinnen und Schüler konnten den gesamten Produktionsprozess verfolgen – von der Metallrolle bis zum fertigen PKW. Produziert werden unter anderem der Mini Countryman sowie die BMW-Modelle der 1er- und 2er-Reihe. Die Fertigung erfolgt „on demand“, wodurch jedes Fahrzeug individuell nach Kundenwunsch hergestellt wird. Trotz dieser Individualisierung bleibt die Fließbandproduktion effizient. Das Kanban-System sorgt für eine optimale Materialversorgung, während die Just-in-Sequence-Anlieferung garantiert, dass Bauteile exakt im richtigen Moment und in der richtigen Reihenfolge eintreffen. Moderne Hebehilfsmittel erleichtern die Arbeit der Beschäftigten und zeigen die hohe Bedeutung von Ergonomie und Arbeitsschutz. Zudem bietet BMW zahlreiche Ausbildungs- und Arbeitsplätze, was die wirtschaftliche Bedeutung des Standorts unterstreicht.

Untergebracht war die Gruppe im a&o Hostel Leipzig Hauptbahnhof, das durch seine zentrale Lage – nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt – überzeugte.

Am nächsten Morgen begann die Stadtführung am Gewandhaus. Dieses berühmte Konzerthaus steht für die lange Musiktradition Leipzigs und ist eng mit bedeutenden Komponisten verbunden. Anschließend führte der Weg zur Universität Leipzig, einer der ältesten Universitäten Deutschlands, gegründet im Jahr 1409. Mit rund 30.000 Studierenden bietet sie ein breites Spektrum an Studiengängen, insbesondere auch in den Wirtschaftswissenschaften. Für die Schülerinnen und Schüler stellte dies eine wertvolle Orientierung für ihre Studienwahl dar. Besonders interessant war auch die Sportfakultät, die zu den renommiertesten in Deutschland zählt und über moderne Trainings- und Forschungseinrichtungen verfügt.

Ein markantes Wahrzeichen der Stadt ist der MDR-Turm, der aufgrund seiner Form im Volksmund „Weisheitszahn“ genannt wird. Im literarischen Teil der Führung wurde intensiv auf Johann Wolfgang von Goethe eingegangen, der in Leipzig studierte. Sein berühmtes Werk „Faust“ ist eng mit dem Auerbachs Keller verbunden, einem der ältesten Restaurants der Stadt. Dort spielt eine bekannte Szene des Dramas, in der Mephisto und Faust auftreten – ein wichtiger Bezugspunkt für den Deutschunterricht.

Auch musikalisch hat Leipzig große Namen hervorgebracht: Johann Sebastian Bach wirkte hier als Thomaskantor und prägte das Musikleben der Stadt nachhaltig. Ebenso wurde Richard Wagner in Leipzig geboren und zählt heute zu den bedeutendsten Komponisten der Romantik.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Stadtführung war die Alte Nikolaischule, die als älteste Schule der Stadt gilt und bereits im 16. Jahrhundert gegründet wurde. Sie steht beispielhaft für die lange Bildungstradition Leipzigs.

Im historischen Kontext wurde die Friedliche Revolution thematisiert. Diese Bewegung führte 1989 zum Ende der DDR. In Leipzig fanden die sogenannten Montagsdemonstrationen statt, bei denen tausende Bürgerinnen und Bürger friedlich für Freiheit, Demokratie und Reisefreiheit demonstrierten. Diese Proteste trugen entscheidend zum Fall der Berliner Mauer und zur deutschen Wiedervereinigung bei. Damit ist Leipzig ein zentraler Ort der deutschen Zeitgeschichte und besonders relevant für den Geschichts- und Politikunterricht.

Auch die literarische Figur Woyzeck wurde aufgegriffen, deren reale Vorlage, ein Leipziger Soldat, hier hingerichtet wurde. Diese Geschichte wurde später von Georg Büchner literarisch verarbeitet und ist heute ein bedeutendes Werk der deutschen Literatur.

Den Abschluss bildete der Besuch des beeindruckenden Völkerschlachtdenkmal. Dieses monumentale Bauwerk erinnert an die Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813, in der ein Bündnis europäischer Mächte Napoleon besiegte. Neben seiner historischen Bedeutung bot das Denkmal einen eindrucksvollen Ausblick über die Stadt und die Umgebung.

Nach zwei intensiven und lehrreichen Tagen trat die Gruppe die Heimreise an. Das Busunternehmen Risse Reisen brachte alle Teilnehmenden sicher zurück.

Die Studienfahrt zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Lernen außerhalb des Klassenzimmers sein kann und verband Inhalte aus Wirtschaft, Technik, Deutsch sowie Geschichte und Politik auf anschauliche Weise. Die begleitenden Tutoren Herr Pahl und Herr Häusler waren sehr zufrieden.

 

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