Internationale Begegnungen als zentraler Bestandteil schulischer Bildung
Im Rahmen einer Klassenfahrt des beruflichen Gymnasiums (Klasse 11) kam es erstmals zu einem gemeinsamen Austausch mit einer polnischen Schülergruppe aus Mielec in der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm.
Im Zentrum stand die historisch-politische Bildung:
In deutsch-polnischen Workshops setzten sich die Schüler mit den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs auseinander, arbeiteten historische Zusammenhänge auf und näherten sich über Einzelschicksale den Lebensrealitäten der Menschen aus der Region Golm. Die Auseinandersetzung wurde durch den Besuch der Kriegsgräberstätte vertieft und führte zu einer spürbaren Betroffenheit sowie intensiven Reflexionen.
Gleichzeitig wurde die Begegnung bewusst genutzt, um interkulturelle Handlungskompetenz zu fördern. Der Einstieg erfolgte niedrigschwellig über Sprache: einfache Vokabeln, spielerische Übungen und erste Gespräche schufen schnell eine offene Atmosphäre. Bereits am ersten Abend zeigte sich, dass Kommunikation auch über Sprachgrenzen hinweg gelingt – unterstützt durch Englisch, einzelne polnischsprachige Schüler sowie kreative Lösungsstrategien.
In gemischten Gruppen arbeiteten die Schüler gemeinsam an verschiedenen Aufgabenformaten. Dabei wurden neben Fachkompetenzen auch methodische, soziale und personale Kompetenzen gestärkt: Perspektivübernahme, Teamfähigkeit, eigenständige Organisation sowie die Fähigkeit, unterschiedliche Arbeitsweisen zu integrieren. Auftretende Konflikte konnten angesprochen und konstruktiv gelöst werden.
Die Erfahrung zeigt:
Direkte Begegnungen schaffen ein Verständnis, das im Unterricht allein nicht erreicht werden kann. Persönliche Erfahrungen lassen Gemeinsamkeiten sichtbar werden und Unterschiede reflektieren.
Gerade in einer Zeit, in der viele Jugendliche stark durch digitale Kommunikation geprägt sind, gewinnen reale Begegnungen an Bedeutung. Sie fördern nicht nur fachliches Lernen, sondern auch Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit zur Kommunikation in herausfordernden Situationen.
Solche Formate leisten einen wichtigen Beitrag zur europäischen Verständigung und sollen perspektivisch weiter ausgebaut werden.
Bild zur Meldung: Bei sonnigen Wetter war die Jungendbegegnung auf Usedom ein voller Erfolg!





