Pflegefachkraft

Aus dem Berufsbild Altenpflege wird ab 1.8.2020 die:

Pflegefachkraft mit generalistischer Ausrichtung!

Lernen und arbeiten im Netzwerk Pflegeausbildung Weser  (NPAW)

 

 

Aufnahme:

mit Realschulabschluss

Dauer:

3 Jahre

Abschluss:

Beruflicher Abschluss

 

Eine Einführung:

 

Haben Sie Freude an der Arbeit mit Menschen, Interesse und Einfühlungsvermögen für pflegebedürftige und kranke Menschen?

Haben Sie Interesse an sozialen, pflegerischen und medizinischen Aufgaben?

Die Pflege ist ein vielfältiger Beruf, der Verantwortungsbewusstsein, selbstständiges Handeln sowie ein hohes Maß an Fach- und Sozialkompetenz voraussetzt. Die generalistische Pflegefachfrau bzw. der generalistische Pflegefachmann ist ein moderner Gesundheitsberuf mit vielen beruflichen Perspektiven, wohnortnahen Arbeitsplätzen und Zukunftssicherheit.

Am 1. August 2020 startet an der Georg-von-Langen-Schule, Berufsbildende Schulen Holzminden, die neue generalistische Pflegeausbildung. Die bisherigen Berufsausbildungen der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege werden zu einer generalistischen Pflegeausbildung mit dem Berufsabschluss "Pflegefachfrau" bzw. "Pflegefachmann" zusammengefasst.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet an mehreren Lernorten statt. Sie ist unterteilt in einen betrieblichen und schulischen Teil. Der schulische Teil beinhaltet den theoretischen und praktischen Unterricht in der Pflegeschule. Für die praktische Ausbildung schließt der/ die Auszubildende einen Ausbildungsvertrag mit einem Träger der praktischen Ausbildung ab. Das kann eine Altenpflegeeinrichtung, ein ambulanter Pflegedienst oder ein Krankenhaus sein. Da die Ausbildung alle Versorgungsbereiche umfasst, werden Teile der praktischen Ausbildung in unterschiedlichen Einrichtungen durchgeführt.

Das Netzwerk Pflegeausbildung Weser (NPAW) ist zur Zeit ein freiwilliger Zusammenschluss von stationären und ambulanten Einrichtungen der Altenpflege im Landkreis Holzminden und Umgebung. Die Betriebe haben mit einem Kooperationsvertrag die Organisation und Verwaltung der generalistischen Pflegeausbildung der Georg-von-Langen-Schule, Berufsbildende Schulen Holzminden, mit seiner Pflegeschule übertragen.

 

Die BBS wird somit nur Auszubildende aus den Netzwerkbetrieben annehmen und für diese u.a. Ausbildungspläne entwickeln. Zur Zeit haben sich folgende Betriebe der stationären und ambulanten Altenpflege zu dem Netzwerk Pflegeausbildung Weser (NPAW) zusammengeschlossen:

Netzwerkbetriebe des NPAW:

- De Boer – ambulanter PD – Bevern
- Pflegeheim Hakenberg – Bodenwerder
- Pipping Altenheim – Holzminden
- Resi- Weserbrücke – Holzminden
- Kraft & Pfeil, APD – Holzminden
- MENetatis Heim – Dassel
- Paritätischer PD – Holzminden
- Kues Pflegedienst – Hellental
- Sozialstation – Eschershausen
- Rohsen GmbH  – Neuhaus
- Pflegeteam 2000 – Stadtoldendorf
- Seniorenresidenz – Stadtoldendorf
- Neue Höfe  – Holzminden
- St.-Petri-Stift  – Höxter
- Fachpflegezentrum Diligenzia – Polle
- und andere

Bei Vorliegen der persönlichen Fördervoraussetzungen kann durch die Agentur für Arbeit oder das Job-Center ein Bildungsgutschein für die Pflegeausbildung ausgestellt werden.

Die Ausbildung wechselt zwischen der Arbeit im Betrieb, zeitweise auch in anderen Betrieben, und Unterricht in der Schule. Der Schulbesuch ist kostenlos.

 

Aufnahmebedingungen:

  1. Mittlerer Schulabschluss/Realschulabschluss.
  2. Hauptschulabschluss plus eine erfolgreich abgeschlossene.
    a) mindestens 2-jährige Berufsausbildung
    b) mindestens 1-jährige Assistenz- oder Helferausbildung in der Pflege, die bestimmten Bedingungen genügen muss.
  3. Erfolgreich abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung.

Wer einen einfachen Hauptschulabschluss hat, kann in Verbindung mit einer erfolgreich abgeschlossenen Pflegeassistenzausbildung die Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann anschließen, die dann um ein Jahr verkürzt werden kann.

Darüber hinaus muss ein Ausbildungsvertrag (Muster im Schulbüro) mit einem Träger der praktischen Ausbildung abgeschlossen sein. Aufgenommen werden kann nur, wer die persönliche Zuverlässigkeit durch ein erweitertes Führungszeugnis der Belegart OE und die gesundheitliche Eignung (erhöhter Immunschutz gegen Hepatitis B) nachweist. 

Die Georg-von-Langen-Schule kann in jedem Schuljahr 25 Schülerinnen und Schüler aufnehmen.

 

Hinweise:

Bei Vorliegen persönlicher Fördervoraussetzungen kann durch die Agentur für Arbeit oder das Job Center ein Bildungsgutschein für die Ausbildung zur Pflegefachkraft ausgestellt werden. (z. B. Umschulung)

Die Geschäftsstelle des Netzwerkes Pflegeausbildung Weser (NPAW) prüft gemeinsam mit der Georg-von-Langen-Schule, BBS Holzminden, die eingereichten Unterlagen (siehe oben und auch den Anmeldebogen der BBS Holzminden). Erst bei Vorliegen aller Unterlagen, bekommen Sie die endgültige Aufnahme in die Pflegeschule. Davor wird gemeinsam mit ihrem Ausbildungsbetrieb und Ihnen selbst ein individueller Ausbildungsplan entwickelt.
 

Ziele:

 

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung erlangt man:

  • Den beruflichen Abschluss „staatlich geprüfte(r) Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann
  • Die Berechtigung zum Besuch der Fachoberschule Klasse 12
  • Erweiterter Sek I - Realschulabschluss

 

Schulische Ausbildung

 

Der Unterricht in der Schule findet in Blöcken von 4 - 8 Wochen, außerdem an einzelnen Tagen während der praktischen Ausbildung, statt.

Der theoretische und praktische Unterricht in der Schule umfasst mindestens 2380 Stunden. Folgende Inhalte werden vermittelt:

Schulische Ausbildung (2380 Std.)

a) Berufsbezogener Lernbereich (2100 Std.)

Im Fokus des Unterrichts stehen medizinisch-pflegerische, rechtliche und sozialwissenschaftliche Inhalte. Der Unterricht ist stark an der Pflegepraxis orientiert, was unter anderem durch praktische Übungen in Pflegepraxisräumen, Exkursionen und Projekten in der Schule ermöglicht wird. Die praktische und die schulische Ausbildung ist durch eine enge Kooperation von Betrieben und Pflegeschule gekennzeichnet.

Die Kompetenzbereiche des Lehrplans sind wie folgt beschrieben:

  • Pflegeprozesse und Pflegediagnostik in akuten und dauerhaften Pflegesituationen verantwortlich planen, organisieren, gestalten, durchführen, steuern und evaluieren.
  • Kommunikation und Beratung personen- und situationsgebunden gestalten.
  • Intra- und interprofessionelles Handeln in unterschiedlichen systemischen Kontexten verantwortlich gestalten und mitgestalten.
  • Das eigene Handeln auf der Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und ethischen Leitlinien reflektieren und begründen.
  • Das eigene Handeln auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen reflektieren und begründen.

Am Ende des 2. Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt.

b) Berufsübergreifender Lernbereich (280 Std.)

  • Deutsch/Kommunikation
  • Englisch/Kommunikation
  • Politik
  • Religion


 

Praktische Ausbildung

Während des Bildungsganges wird eine praktische Ausbildung in geeigneten Einrichtungen für Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner durchgeführt. Die Dauer der praktischen Ausbildung beträgt 2500 Stunden.

Die praktische Ausbildung gliedert sich im ersten und zweiten Ausbildungsdrittel (1720 Zeitstunden) in einen Orientierungseinsatz, Pflichteinsätze in drei allgemeinen Versorgungsbereichen und pädiatrische Versorgung. Im letzten Ausbildungsdrittel (780 Zeitstunden) gliedert sich die Ausbildung im Pflichteinsatz der psychiatrischen Versorgung und einem Vertiefungssatz im Bereich eines Pflichteinsatzes sowie weitere Einsätze zur freien Verteilung.

Die Einsätze in den drei allgemeinen Versorgungsbereichen können in Krankenhäusern, Stationären Pflegeeinrichtungen und Ambulanten Pflegeeinrichtungen durchgeführt werden.

Pflichteinsätze der pädiatrischen und psychiatrischen Versorgung können u. a. in der allgemein-, geronto-, kinder- oder jugendpsychiatrischen Versorgungen durchgeführt werden.

Ort und Zeitpunkt der praktischen Ausbildung regeln die Geschäftsstelle Netzwerk Pflegeausbildung Weser (NPAW), die BBS Holzminden und der Träger der Ausbildung (Ausbildungsbetrieb).

Die Praktische Ausbildung (2500 Std.) im Überblick:

a) Orientierungseinsatz

erster Einsatz beim Träger der praktischen Ausbildung, mit dem der Ausbildungsvertrag abgeschlossen wurde

 

b) Pflichteinsätze

- stationäre Akutpflege (Krankenhaus)
- stationäre Langzeitpflege (Pflegeheim)
- ambulante Pflege (ambulante Pflegedienste)
- pädiatrische Versorgung (Kinder…)

- psychiatrische Versorgung (Tagesklinik, …)

c) Vertiefungseinsatz
Einsatz beim Träger der praktischen Ausbildung

d) weitere Einsätze

z. B. Hospiz, Rehabilitationseinrichtungen, Beratungsstellen etc., ggf. ein Einsatz in einem europäischen Ausland

 

Prüfung

 

Der Ausbildung endet mit einer Prüfung, die aus folgenden Teilen besteht:

  • drei schriftliche Prüfungsarbeiten
  • eine mündliche Prüfung
  • eine praktische Prüfung beim Träger der praktischen Ausbildung (im Betrieb)

 

Berufsaussichten:

 

Angesichts des „Pflegenotstandes“ bietet die abgeschlossene Berufsausbildung zur Pflegefachkraft einen sicheren Arbeitsplatz. Arbeitsplätze gibt es unter anderem in Heimen, ambulanten Pflegediensten, in den Krankenhäusern aber auch in Bereichen der Gerontopsychiatrie, in geriatrischen Stationen von Krankenhäusern und stationären Einrichtungen der Heilerziehungspflege (Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung).

 

Einige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten:

 

  • Praxisanleiter/in (Anleitung, Beratung und Beurteilung von Schülern während ihrer Ausbildung)
  • Wohnbereichsleiter/in
  • Pflegedienstleiter/in (Leitung eines Pflegeteams einer Einrichtung)
  • Heimleiter/in
  • Fachkraft für gerontopsychiatrische Pflege
  • Hygienebeauftragte
  • Qualitätsmanagementbeauftragte

 

Anmeldung

 

Bitte melden Sie sich im Schulsekretariat der Georg-von-Langen-Schule an. (Dies ist gleichzeitig die Geschäftsanschrift des Netzwerkes Pflegeausbildung Weser (NPAW))

  • Anschrift: Von-Langen-Allee 5, 37603 Holzminden
  • Tel.: (05531) 93 78 0,

 

Bringen Sie die folgenden Unterlagen mit oder reichen Sie sie ein:

 

  • Schulzeugnisse (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Ggf. Zeugnisse über Berufsausbildung oder berufliche Tätigkeiten
  • Ggf. Bescheinigungen über Praktika o.ä.
  • Ausgefülltes Anmeldeformular (dieses erhalten Sie im Schulsekretariat oder Sie können es hier herunterladen).
  • Lebenslauf mit Lichtbild
  • Ausbildungsvertrag (Muster im Schulbüro oder beim Träger der Ausbildung)

 

Nachzureichen bis Ausbildungsbeginn:

 

  • Nachweis eines erhöhten Immunschutzes (ärztliches Attest)
  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Gesundheitszeugnis nach § 43 Infektionsschutzgesetz (Gesundheitsamt)

 

Ansprechpartner BBS und NPAW

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

 

  • Christine Ludwig (BBS-Abteilungsleiterin Abteilung III), Tel. 05531-937831,
  • Kristin Launhardt-Petersen (BBS-Teamleiterin Pflege),
  • Helmut Affelt (kommissarischer Geschäftsführer des Netzwerkes Pflegeausbildung Weser (NPAW)), Tel: 05532-4878;

 

 

Anmeldeschluss für die Ausbildung zur Pflegefachkraft ist der Beginn der Sommerferien.