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LAN-Party für Eltern – Was gegen Dauerzocken hilf

10. 12. 2019

Kreisjugendpflege Holzminden informiert in der BBS Holzminden über Umgang mit Computerspielen
HOLZMINDEN (r). „Meinen 16-jährigen Sohn erreiche ich gar nicht mehr, der hängt nur noch vor seinem Computer und spielt.“ – Wer Kinder im entsprechenden Alter hat, kann die Aussage einer Mutter, die an der von der Kreisjugendpflege in Kooperation mit der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen organisierten LAN-Party für Eltern teilgenommen hat, nicht selten unterstreichen. Die technisch aufwändig gestaltete Veranstaltung zum Computerspielen in der Georg-von-Langen-Schule, Berufsbildende Schulen Holzminden, war eine gute Gelegenheit, sich über das Thema Spiele und den erzieherisch richtigen Umgang damit zu informieren. Mit etlichen Tablets, Computern und Konsolenausstattung bis hin zu zwei VirtualReality-Masken fürs Gaming hatte das Kreismedienzentrum extra eine Menge an Spiele-Hard- und -Software aufgeboten, um den 30 angemeldeten Eltern, Lehrern und Interessierten ein möglichst breit gefächertes Angebot zu
zeigen, mithilfe dessen Kinder und Jugendliche heutzutage bevorzugt in ihrer Freizeit „zocken“. Die bunte SpieleErlebniswelt war allerdings kein Selbstzweck, um den Anwesenden ein neues Hobby anzudienen. Mit der umfangreichen Ausstattung wollten Kreisjugendpflege und Kreismedienzentrum deutlicher machen, in welche virtuellen Welten die Kids abtauchen, was diese so faszinierend macht und welche Möglichkeiten es gibt, damit sie ihnen nichtgänzlicherliegen. Dementsprechend stand an dem Abend nicht einfach nur ein erhebliches Repertoire an Spielen zum Ausprobieren zur Verfügung, sondern auch ein Eltern-Medien-Trainer, der in einem Vortrag anschaulich über Spieltypen, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) oder Abo-Fallen referierte und Tipps gab, wie Eltern überhaupt einen richtigen Weg gegenüber ihren Kindern im Umgang mit Computer- und Handyspielen einschlagenkönnen. Stefan Hollemann riet unter anderem dazu, feste Regeln
sowie klare Zeiten zu vereinbaren und die Kinder gegenüber jeglichem Gruppendruck zu festigen. Grundsätzlich sei das erzieherischeHandelnnatürlich altersabhängig einzusetzen, insgesamt aber gelte es hauptsächlich, mehr Präsenz zu zeigen als eine autoritäre Kontrolle auszuüben. Wenn besonders Jugendliche sich nicht mehr vom Spielen abhalten ließen und ihre Alltagsaufgaben vernachlässigten, helfe eine Verweigerung von elterlichen Service-Leistungen am Ende immer noch am besten, machte Stefan Hollemann deutlich. Ein Tipp, den die Mutter des nicht mehr ansprechbaren 16-Jährigen als überaus wertvoll empfand und demnächst wohl noch stärker in die Tat umsetzen wird. Dass häufiges Computerspielen kein reines Pubertätsphänomen mehr ist, machte auch die Anwesenheit einer Grundschullehrerin deutlich. Die Lehrerin, selbst passionierte Gamerin, lädt sich häufig die Spiele herunter, die auch ihre sechs- bis siebenjährigen Schützlinge am Wo
chenende spielen. „Ohne, dass die Eltern Schranken setzen würden, ist da die ganze Bandbreite von Altersgemäßem und komplett Inakzeptablem vertreten“, betonte sie.
DieVeranstaltungder Kreisjugendpflege gehöre eigentlich in jedes Lehrerzimmer, um auch allen Kollegen einen besseren Überblick über das Thema zu verschaffen. Mag
das auch wegen des technischen und personellen Aufwandes derzeit kaum realisierbar erscheinen, eine baldige Wiederholung ist diese Problematikallemalwert.

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: LAN-Party für Eltern – Was gegen Dauerzocken hilf

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