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Projekte und Aktionen > Region des Lernens > Das Modellvorhaben in Nds

1. Beschreibung des Programms

1.1 Region des Lernens

Das Förderprogramm

"Region des Lernens - Berufsbildende Schule als Leitstelle eines regionalen Qualifizierungsnetzwerkes"

hat als Modellvorhaben der Niedersächsischen Landesregierung zum Ziel, die Lernkompetenz und die Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler des Sekundarbereiches I zu verbessern und gerade auch Schüler mit besonderem Förderbedarf in den Stand zu versetzen, den Übergang in eine erfolgreiche Berufsausbildung zu schaffen.

  • Bildung und Beschäftigung sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
  • Der ländlich strukturierte Raum unterliegt sowohl bei den Nachfragern als auch bei Anbietern allgemeinbildender und berufsspezifischer Inhalte besonderen Herausforderungen.
  • Alle an Ausbildung Beteiligten in der Region müssen ein Bündnis der Kooperation mit klaren Zielvorgaben und einem entsprechenden Controlling eingehen.
  • Es geht um Bildung und Erziehung zu kompetentem Handeln unter verantwortlicher Einbeziehung aller an diesem Prozess Beteiligten.
  • Es geht um die verbesserte Nutzung vorhandener Ressourcen in der regionalen Bildungs- und Schullandschaft und um neue Wege und Möglichkeiten der Zusammenarbeit.
  • Nicht zuletzt geht es um den zwingend notwendigen Abgleich schulischer und betrieblicher Anforderungen.
  • Akteure an diesem Prozess sind neben den Eltern und Erziehungsberechtigten(verpflichteten) die allgemeinbildenden Schulen, die Berufsbildenden Schulen sowie die Organisationen der Wirtschaft und aller am Bildungsprozess beteiligten Institutionen.

1.2 Zielgruppe des Förderkonzeptes

Ziel ist es, Schüler des Sekundarbereichs I in den Stand zu versetzen eine Berufsausbildung zu beginnen, kurzum deren Beruflichkeit/Berufsausbildungsfähigkeit durch eine Förderung des "berufsbezogenen Bildungsweges" vorzubereiten (vergl. SVBL 3/2001-S. 91u.92, Mitteilungen aus dem MK). Hier ist die Entwicklung der Jugendlichen gemeint, den Schülerstatus zu überwinden und den Status Auszubildenden im Sinne eines sich selbst um Qualifizierung und Erwerbstätigkeit Bemühenden zu erlangen.

Damit ein reibungsloser Übergang von der allgemeinbildenden Schule in die berufsbildende Schule gewährleistet ist, müssen Schüler mit besonderem Förderungsbedarf in den abgebenden Schule hinsichtlich der Fördermaßnahme besonders beraten werden. Eine frühzeitige Informations- und Orientierungsphase, unterstützt durch den Unterrichtsverbund im 8. Schuljahr (vgl. Ziffer 2 des Antrags: Bestehendes Förderkonzept) und Betriebspraktika im 9. Schuljahr wird von sozialpädagogischen Fachkräften und Lehrkräften der berufsbildenden Schule in Verbindung mit Lehrkräften der abgebenden Schulen gestaltet und durchgeführt. Außer der Orientierung und Beratung von Schülerinnen und Schülern sollte in dieser Phase auch eine Information über inhaltliche Ausrichtung, Ziele und Schwerpunkte der Fördermaßnahme erfolgen.

Zur Vorbereitung auf die Anforderungen beruflichen Lernens auf der Grundlage betrieblicher Handlungsanforderungen werden im Förderangebot auch leistungsstärkere Schülergruppen berücksichtigt. Diesen werden berufsfachlich didaktisch-methodisch aufbereitete Lerneinheiten für die sie interessierenden Berufsfelder anstelle des gewohnten Unterrichts in den Unterrichtsfächern angeboten.

Für die beteiligten Schulen kann es durchaus eine besondere Chance und Herausforderung sein, die Stundentafel entsprechend dem Förderbedarf der jeweiligen Schülergruppen flexibel und kreativ anzuwenden. Zweifellos ist dafür viel Engagement und eine enge Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer untereinander, mit der Schulleitung der vorangehenden Schulen sowie mit Betrieben und weiteren Beteiligten gefordert.

1.3 Kooperationspartner im Förderkonzept

Angestrebt wird eine vernetzte Struktur der Lebens- und Berufsvorbereitung von allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie regionalen außerschulischen Einrichtungen mit Kompetenz im Themenfeld beruflicher Bildungsprozesse. Für die Verwirklichung dieser Zielvorstellung ist in der Region ein Zusammenwirken von allen an Ausbildung beteiligten Partnern notwendig. Dafür ist eine Kooperationsvereinbarung getroffen worden, in der die Ziele und das Zusammenwirken von

  • Schulen des Sekundarbereichs I
  • Elternvertetung
  • Arbeitsamt
  • Kreishandwerkerschaft Holzminden mit den angeschlossenen Betrieben
  • Industrie und Handelskammer mit den angeschlossenen Betrieben
  • Landkreis Holzminden
  • Berufsbildende Schulen Holzminden

für die geplanten Fördermaßnahmen beschrieben werden.

2. Bestehendes Förderkonzept - Unterrichtsverbund -

Das sinnstiftende Ziel des zur Zeit bestehenden Unterrichtsverbunds zwischen den allgemeinbildenden Schulen des Landkreises Holzminden und der Georg-von-Langen-Schule Berufsbildende Schulen Holzminden ist das Kennenlernen beruflicher Lernsituationen in 3-tägig ausgelegten berufsfeldorientierten Projekten. In den Werkstätten der Georg-vonLangen-Schule,Berufsbildende Schulen Holzminden, sollen damit erste Brücken zur beruflichen Ausbildung ausgelegt werden. Der Unterrichtsverbund bleibt deshalb von der geplanten mittelfristig ausgelegten Fördermaßnahme unberührt erhalten, bzw. wird bei Bedarf entsprechend modifiziert bzw. einbezogen in neue Entwicklungen.

3. Erweitertes Förderkonzept - Region des Lernens -

3.1. Organisationsmodell eines Förderangebots

Kooperationspartner sind die Sonder-, Haupt- und Realschulen des Landkreises Holzminden. Zur Auswahl für das Angebot kommen Hauptschüler der Klasse 9 und/oder Sonderschüler des 8. und 9. Schuljahrgangs, die an einem zeitlich begrenzten Lernortwechsel interessiert sind. Der Sinn ist darin zu sehen, vorhandener Schulmüdigkeit und Desinteresse sowie fehlender beruflicher Orientierung, begleitet von Verhaltensdefiziten wie Unpünktlichkeit, fehlender Motivation und geringer oder mangelnder Teamfähigkeit pädagogisch zu begegnen

Darüber hinaus ist auch für die Realschüler der 9. oder 10. Klasse mit einem zeitlich begrenzten und berufsfachlich ausgerichteten Lernortwechsel die Perspektive eröffnet, durch Lernortkooperation, die Lernangebote der Schulen in einem sinnvollen Zusammenhang wahrzunehmen und die Schule als einen modellhaft sich entwickelnden sozialen Lebensraum zur Vorbereitung beruflicher Ausbildungsprozesse zu erfahren.

In der gegenwärtigen Diskussion um Schulentwicklung (vgl. Bertelsmann Stiftung 1996) wird immer wieder betont, dass "innovative Schulen" außerschulische Fachleute und Kooperationspartner einbeziehen und die Zusammenarbeit mit anderen Schulen verstärken. Die bisher bestehenden informellen Kontakte und Absprachen sollen institutionalisiert und zielgerichtet ausgeweitet werden.

Das kooperative Unterrichtsangebot der Georg-vonLangen-Schule, Berufsbildende Schulen Holzminden, soll für die ausgewählten Schüler über das gesamte Schuljahr an einem Tag mit

8 Unterrichtsstunden

erfolgen.

Haupt- und Sonderschüler mit besonderem Förderungsbedarf sollen durch die praxis- und berufsbezogenen Inhalte so motiviert und gefördert werden, dass sie im Verlauf des anschließend zu besuchenden Berufsvorbereitungsjahres über die Teilnahme an einem Förderangebot den Hauptschulabschluss erwerben können.

Das Kooperationsangebot der Georg-vonLangen-Schule, Berrufsbildende Schulen Holzminden, an die beteiligten Partner kann in den Berufsfeldern

  • Holz- und Bautechnik
  • Farbtechnik und Raumgestaltung
  • Ernährung und Hauswirtschaft
  • Elektro- und Metalltechnik
  • Wirtschaft und Verwaltung

erfolgen.

Aus den betroffenen Klassen der beteiligten Haupt-, Sonder- und Realschulen ist im Einvernehmen aller Beteiligten auf der Ebene der Schulleitung, der zuständigen Fach- und Klassenlehrer und anderer am Unterrichtsprozess Beteiligter -Eltern, Sozialarbeiter, Jugendhilfe u.a.m.- die Auswahl der Schüler für die Zuweisung in eine der Gruppen des Ausbildungsangebots zu treffen.

Die Georg-vonLangen-Schule, Berufsbildende Schulen Holzminden, plant für

04 Projektgruppen mit je 08 Schülern

Lehrer, Fachpraxis- und Fachtheorieräume und andere benötigte Ressourcen bereitzustellen.
Die kooperative Einbindung der Lehrkräfte der beteiligten Schulen mit mindestens einer Lehrkraft pro Gruppe für den gesamten Unterrichtstag ist durch die zu bildenden Gremien zu klären.

3.2. Didaktisch-methodische Konsequenzen

Die Gesamtmaßnahme wird projekt- und handlungsorientiert durchgeführt, wobei Projekte zumindest mittelfristig angelegt sind (zwischen 08 und 10 Schulwochen). Bei der Auswahl der Projekte muss auf einen realen Verwendungszweck des "Produzierten" geachtet werden, damit die Jugendlichen erfahren, dass ihre Arbeit einen Wert darstellt, der anderen Personen oder ihnen selbst Nutzen bringt. Damit erhält ihre Tätigkeit einen Sinn, trägt zur Stabilisierung ihres Selbstvertrauens bei und fördert die Selbstständigkeit. Handlungsorientiertes Lernen im beschriebenen Sinne erfordert die Erfüllung von konkreten Arbeitsaufträgen -ähnlich den Aufträgen gewerblich arbeitender Firmen- im Rahmen quasibetrieblicher Organisationsformen .

Aspekte sind

  • An positiven Entwicklungsmöglichkeiten ansetzen
    Vorhandene Kompetenzen und nicht die Defizite sind die Ansatzpunkte der kontinuierlichen Förderung der Jugendlichen. Ziel soll es sein, besonders den Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf Mut zu machen, ihr Selbstvertrauen aufzubauen, ihnen erste Erfolge und Perspektiven zu vermitteln.
    Die Möglichkeit authentische berufliche Arbeitssituationen pädagogisch aufbereitet und frei von wirtschaftlichen Verwertungszwängen zu erfahren, vereinfacht den mit vielen persönlichen Veränderungen einhergehenden Übergang in betriebliche Ausbildungsverhältnisse.
  • Eltern müssen in jeder Phase einbezogen und beteiligt werden
    Die rechtzeitige Einbindung der Eltern in den Übergangsprozess Schule -> Berufsausbildung fördert das individuell realistische Berufswahlverhalten der Jugendlichen. Zur besseren Nutzung der regionalen Ausbildungsressourcen sind deshalb neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schulen und Betrieben zu entwickeln.

4. Betriebspraktika

Zur Bewertung der erworbenen Kenntnisse ist deren Reflexion im Medium betrieblicher Arbeitsabläufe nötig. Deshalb ist die sinnvolle Einbindung von Betriebspraktika - unterstützt u.a. durch die Kreishandwerkerschaft Holzminden mit angeschlossenen Ausbildungsbetrieben- ein notwendiger Baustein des Förderkonzepts. Erfahrungen mit beruflicher Realität im Vergleich zu eigenen Fähigkeiten, Ansprüchen und Erwartungen bauen erste Brücken zu künftigen Ausbildungsbetrieben und erleichtern den schwierigen Prozess eines dem Leistungsvermögen der Jugendlichen adäquaten Berufswahlverhaltens.

5. Arbeit der geplanten unterstützenden Verwaltungsdienststellen

Die zu schaffenden Dienstposten werden damit beauftragt, die Zusammenarbeit der im Schaubild dargestellten Kooperationsbereiche zu unterstützen. Besonders das Zusammenwirken der beteiligten Institutionen über die unmittelbare Zusammenarbeit hinaus, hin zu einer umfassenden regionalen Kooperation mit der Leitstelle Berufsbildende Schule, wird als von den zu schaffenden Dienststellen zu erbringende Leistung erwartet.

6. Zertifikate im Förderkonzept "Region des Lernens"

Die in dem geplanten Förderkonzept erworbenen Kenntnisse und berufsspezifischen Einzelqualifikationen der Schülerinnen und Schüler werden von den berufsbildenden Schulen in Form von Zertifikaten bescheinigt und können - nach Entscheidung der jeweiligen Stammschulen - deren Zeugnissen beigefügt werden.

7. Fortschreibung der Förderkonzepts

Das vorgestellte Förderkonzept ist als Beginn einer dynamischen Entwicklung zu verstehen, das der ständigen Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen der Region bedarf.